Worum es uns geht

Identität und Kultur

Wer bin ich? Was ist mir wichtig? Zu wem gehöre ich?
Solche und ähnliche Fragen nach der eigenen oder kollektiven Identität beschäftigen Menschen seit jeher. Die Antworten, die wir im Laufe der Jahrhunderte darauf gefunden haben und jeden Tag neu finden, machen unsere Welt vielfältig und im wahrsten Sinne des Wortes bunt.

Unser Bestreben, individuelle und gemeinschaftliche Wertvorstellungen, Ideen oder Positionen zu bewahren und in die Welt zu tragen ist ein zentrales Motiv bei der Entstehung von Kulturen, Religionen, Gemeinden, Städten oder Staaten. Und auch jeder Verein, jede Organisation, jedes Unternehmen hat ein Interesse an der Entwicklung und dem Erhalt einer eigenständigen Kultur.

In der Fachklasse Identität und Marke beschäftigen wir uns mit der Wechselwirkung zwischen Identität und Kultur. Wir versuchen zu verstehen, welche Bedeutung die Wahrnehmung der eigenen Identität für die Entstehung von Kultur hat und inwiefern Kultur den eigenen Identitätsbegriff prägt.

Identität und Kommunikation

Das Wesen von Kultur ist abstrakt nur schwer zu erfassen. Damit wir sie begreifen und erfahren können, muss Kultur zu den ihr entsprechenden Ausdrucksformen finden, – in der Sprache, in der Dichtung, in Traditionen, Riten und Gebräuchen sowie in Gestalt von Zeichen, Symbolen, Bildern, Artefakten und Gebäuden. Erst in der Kommunikation entfaltet eine Kultur ihre identitätsstiftende Wirkung.

In der Fachklasse Identität und Marke findet eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Ausdrucksformen und Darstellungsmöglichkeiten individueller oder kollektiver Identität statt. Denn nur wer ein Verständnis für den Menschen, seine Motive, Sehnsüchte und Verhaltensweisen entwickelt, wird Kommunikation so gestalten können, dass diese eine nachhaltige Wirkung entfaltet.

Identität und Marke

Wir machen uns ständig ein Bild – von uns selbst, unseren Mitmenschen sowie den uns bekannten Organisationen und Institutionen. Dieses Bild prägt unsere Vorstellung von der eigenen Identität, der Identität anderer und der Gesellschaft. Es bestimmt damit unsere »Weltsicht« – übrigens zunächst ganz ohne das Zutun von Marken.

Markenkommunikation verfolgt das Ziel, dieses Bild im gewünschten Sinne zu beeinflussen und bewusst zu gestalten. Wenn eine Marke mit den ihr zugewiesenen Merkmalen und Eigenschaften in Verbindung gebracht wird, bezieht sie eine Position, mit der wir uns identifizieren oder die wir ablehnen können. Erfolgreiche Marken lassen uns nicht kalt. Sie sprechen unseren Kopf und unseren Bauch an. Sie entstehen aus dem Zusammenspiel von strategischer Planung und künstlerisch-gestalterischer Inszenierung, – ein Spagat, der selbst den Kommunikationsprofis nicht immer gelingt.

Wir können mit den Mitteln der Markenkommunikation einen positiven Beitrag zur Orientierung in einer immer komplexer werdenden Welt leisten, oder die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen zu beschneiden versuchen. Die Frage nach der qualitativen Bewertung von Markenkommunikation macht deshalb nicht nur eine methodische Auseinandersetzung, sondern insbesondere die Beschäftigung mit den zu transportierenden Inhalten sowie deren Auswirkungen erforderlich.

In der Fachklasse Identität und Marke kommen verschiedenste Techniken, Instrumente und Methoden der Markenkommunikation zur Anwendung. Interdisziplinäres und medienübergreifendes Denken und Arbeiten ist hierfür eine wesentliche Voraussetzung.

Die kritische Reflexion und das praktische Experiment bilden die Grundlage für die Erschließung neuer Gestaltungsspielräume und Anwendungsbereiche. Die Fachklasse wird damit zum Entwicklungslabor und Erprobungsfeld für innovative Konzepte auf dem Gebiet der Markenkommunikation und der Gestaltung von Identität.

Identität und Design

Design als Mittel zur Darstellung und Inszenierung von individueller oder gemeinschaftlicher Identität hat eine lange Tradition. Von den frühen Menschheitskulturen bis zum globalen Unternehmen oder unserer digital animierten Medienlandschaft lässt sich die Bedeutung des Designs für die Kommunikation von »Identität« anhand unzähliger Beispielen belegen.

Das Selbstverständnis und die Rolle des Designers änderten sich im Lauf der Zeit genauso wie deren programmatische Vorstellungen und die jeweils gebräuchlichen Begrifflichkeiten: Arts and Crafts, Werkbund, Bauhaus, Corporate Identity und Corporate Design, Branding, Brand Experience etc..

Ungeachtet dessen blieb die ursprüngliche Aufgabenstellung weitgehend unverändert.

Die Fachklasse Identität und Marke sucht nach konzeptionell und formal überzeugenden Antworten auf die Frage, wie Identität eine sichtbare und erlebbare Gestalt annehmen kann. Sie beschäftigt sich aber auch mit der Gestaltung von Kreativ-, Entwicklungs- und Veränderungsprozessen.

Im Design finden wir hierfür nicht nur geeignete Methoden und Techniken, sondern auch eine Kultur, die von Neugier, Kreativität und Leidenschaft geprägt ist.