buy acomplia online acomplia no prescription generic acomplia canada clomid no prescription buy clomid online buy Super Levitra online cheap levitra super active Pharmacy Express Acomplia buy Acomplia generic buy viagra super active online cheap super viagra generic buy ultram no prescription canadian ultram online buy Tramadol online cheap Tramadol no prescription Soma no prescription generic Soma canada buy zetia generic zetia online Lipitor no prescription buy Lipitor online buy Lexapro no prescription generic Lexapro canada buy Nizoral Cream online generic Nizoral cheap

Was uns bewegt

The streets shall be our brushes —
the squares our palettes.

Wenn der russische Dichter und Futurist Wladimir Majakowsky im Revolutionsjahr 1917 die Straßen und Plätze der Stadt zu seinem Handwerkszeug erklärt, dann fordert er die Künstler leidenschaftlich zu öffentlichem und politischem Handeln auf.

Die Euphorie Majakowsky’s für den jungen Kommunismus wurde zwar durch die weiteren geschichtlichen Ereignisse gedämpft und seine ideologischen Beweggründe sind heute nicht mehr maßgebend, doch haben seine Worte in den vergangenen Jahrzehnten wenig an Kraft eingebüßt. Im Gegenteil. In einem übertragenen Sinne kommt ihnen sogar neue Bedeutung zu – weshalb sich die Fachklasse Identität und Marke Majakowsky’s programmatische Forderung auf die Fahnen geschrieben hat.

In ihr kommt der Glaube an die der Kunst innewohnenden Kräfte zu gesellschaftlicher Veränderung zum Ausdruck. Kunst soll sich hier einmischen. Kunst will hier kommunizieren.

Die Gestaltung medialer, öffentlicher Kommunikation ist heute nicht mehr die vorrangige Domäne des Künstlers, sondern Betätigungsfeld des Designers. Auch Majakowsky wäre heute wohl Designer, Texter, Konzeptioner oder vielleicht Markenstratege. Wäre er dann aber noch in der Lage, die Straßen und Plätze rhetorisch in Schwingung zu versetzten oder hätte er der Welt ein stromlinienförmiges Markenversprechen als Heilsbotschaft verkauft?

Design ist mehr als eine Dienstleistung. In diesem »mehr« liegt der eigentliche »Mehr-Wert« des Designs. Das wird heute oft vergessen.
Auch Design mischt sich ein, wenn es gut sein soll, gerade dann, wenn es um die Gestaltung individueller oder kollektiver Identität geht, wenn wir den Organen des öffentlichen oder privatwirtschaftlichen Lebens ein Gesicht geben.

Kann ich eine Unternehmensmarke glaubwürdig in Szene setzen, wenn ich mir die »Sache« des Unternehmens nicht zu Eigen mache? Wo hört die Dienstleistung auf und wo fängt das Design an? Wo sind die Designer, die brennen wie Majakowsky?

Als Designer bin ich nie unbeteiligt. Es gibt keine sichere Distanz. Entweder wir stellen uns der gesellschaftlichen Verantwortung, oder wir richten uns in unserer Welt des schönen Scheins häuslich ein.

So gesehen ist Design immer auch politisch. Der französische Schriftsteller Jules Renard bringt dies in seinen Tagebüchern (1887 – 1910) auf den Punkt, wenn er notiert:

Was kümmert mich die Politik?
Sie könnten ebenso gut sagen.
Was kümmert mich das Leben.

Prof. Stefan Bufler
Augsburg, Oktober 2008